Pressemeldung "Unsichtbare Grenzen, gleiches Verhalten"
Topagrar hat einen Artikel über eine kürzlich veröffentlichte Studie aus GreenGrass 1 geschrieben: Virtuelle Zäune überzeugen im Praxistest der Universität Göttingen | top agrar Die Pressemeldung der Universität Göttingen finden Sie hier.
Schreibwerkstatt #1
Gute Forschung verdient es, gelesen zu werden. Um das zu erreichen, sollte sie klar und verständlich formuliert werden. Mit diesem Ziel vor Augen kamen die Nachwuchsforschenden des GreenGrass-Konsortiums zu einem „Writing Retreat“ zusammen. Die Schreibwerkstatt widmete sich einer der wichtigsten Fähigkeiten im akademischen Bereich: unsere Arbeit in Worte zu fassen, mit denen sich Leser*innen gerne auseinandersetzen.
Vom 15. bis 17. Juni 2026 haben wir uns in Eisenach getroffen, einer Stadt mit passendem historischem Erbe. Hier, hoch oben auf der Wartburg, übersetzte Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche. Wir nahmen Abstand von unseren Büros und unseren Feldforschungsstandorten und konzentrierten uns ganz auf das Schreiben. In praktischen Übungen und durch gegenseitiges Feedback arbeiteten wir an den Punkten, die die Entstehung eines Manuskripts so oft erschweren: die Strukturierung, die Unterscheidung zwischen Ergebnissen und Diskussion sowie die Entwicklung einer klaren, überzeugenden Argumentationslinie. Im Mittelpunkt standen außerdem die Planung unserer Artikel, der Austausch von Strategien für gutes Schreiben sowie die Einbindung von KI-Tools.
In der Gruppe konnten wir aus den Schwierigkeiten und von den Lösungen anderer lernen, Strategien vergleichen und hilfreiche Tipps zum Zeitmanagement und gegen Schreibblockaden austauschen. Zwischendurch nahmen wir uns Zeit für eine Wanderung hinauf zur Wartburg. Bei rundum genussvollen gemeinsamen Mahlzeiten konnten wir neue Energie tanken und uns auch über das Fachliche hinaus besser kennenlernen. Wir kehrten mit neuem Handwerkszeug, neuem Schwung und einigen Manuskripten zurück, die deutlich weiter fortgeschritten waren als zu Beginn des Treffens.
Der neue Prototyp
„GreenGrass 2.0“ ist der offizielle Titel der zweiten Förderphase unseres Projektes. Das deutet schon auf Fortschritt und Weiterentwicklung hin. Weiterentwicklung, wie sie derzeit insbesondere bei unseren Industriepartnern Horizont und Texas Trading stattfindet. Sie sind dabei, ein neues Halsband für ein virtuelles Zaunsystem zu entwickeln, das im Vergleich zur vorherigen Version mehr Funktionen haben soll. Wir haben uns am 2. Juni 2026 im Versuchsgut Relliehausen mit Mitgliedern aus unserem Konsortium und Vertreter*innen aus den Living Labs getroffen, um uns den neuen Prototypen aus erster Hand zeigen zu lassen. An einem mitgebrachten Exemplar wurde die Funktionsweise anschaulich erklärt. Durch die gemischte Gruppe aus Tierhalter*innen, Naturschützer*innen, Forschenden und Entwicklern gab es eine fruchtbare Diskussion und wertvollen Austausch. Auch während des informellen Teils des Tages wurden die Gespräche fortgeführt. Am Nachmittag wurde das Programm mit einer Exkursion zu den Flächen des Naturparks und der Weidegenossenschaft Solling-Vogler abgerundet. Hier konnten wir sehen, was durch den Einsatz von mehr Beweidung auf den Flächen erreicht werden kann: artenreiche Wiesen mit einer Blütenpracht in bunten Farben.
Beiratstreffen in den Living Labs
Im GreenGrass-Projekt werden unsere innovativen Technologien im engen Austausch mit Akteuren aus der Praxis gemeinsam entwickelt. Mit diesem kooperativen Ansatz möchten wir sicherstellen, dass unsere Entwicklungen praxistauglich für die alltägliche Arbeit auf der Weide sind und hier zur Lösung von Herausforderungen beitragen. Dafür gibt es in jeder unserer Projektfokusregionen (Living Labs) einen Beirat, in dem verschiedene Akteure mit regionaler Expertise gemeinsam mit uns über die Feldversuche und Innovationen diskutieren. Dabei profitieren alle vom Austausch – die Beiratsmitglieder von aktuellen Einblicken in neue Forschungsergebnisse und technische Entwicklungen und wir von wertvollem Praxiswissen aus den verschiedenen Agrarsystemen.
Im Frühjahr 2026 haben wir uns in Relliehausen bei Göttingen, in Groß Kreutz bei Potsdam und in Ovelgönne bei Brake getroffen und den aktuellen Stand des softwarebasierten Mehrebeneninformationssystems (SMI) intensiv besprochen. In Relliehausen ging es dabei unter anderem darum, wie gut sich in einem extensiven Weidesystem zum Schutz artenreichen Grünlands mit dem SMI-Tool Entscheidungen zur Flächenpriorisierung treffen lassen und ob sich mithilfe von Drohnendaten die Phänologie von Pflanzen erfassen lässt. In Groß Kreutz standen beispielsweise die aktuelle Entwicklung des PastureGuide-Systems sowie Möglichkeiten im Mittelpunkt, wie in intensiven Grünlandsystemen mit Mutterkühen das Treiben, Separieren und Identifizieren von Tieren vereinfacht werden könnte. In Ovelgönne haben wir uns verstärkt mit den Anforderungen an die Weidehaltung befasst und diskutiert, wie Software, Fernerkundung und virtuelle Zäune dabei unterstützend eingesetzt werden können.
Diese wertvollen Einschätzungen nehmen wir nun mit, teilen sie im Detail mit dem gesamten Forschungskonsortium und passen die Forschung und Entwicklung entsprechend an. So gestalten wir praxisnah und kollaborativ die „Agrarsysteme der Zukunft”.
GreenGrass-Jahrestreffen und Statusseminar der "Agrarsysteme der Zukunft"
Jedes Jahr treffen wir uns mit dem gesamten Konsortium für einen Austausch: Wir blicken auf das vergangene Jahr zurück und diskutieren unsere nächsten geplanten Forschungsarbeiten und Entwicklungen. Diesmal fand das Treffen am 10. November 2025 in Berlin statt. Besonders spannend waren unsere Diskussionen zu gemeinsamen Publikationen, beispielsweise zur Bedeutung der Projektergebnisse für die Ausgestaltung zukünftiger Agrarumweltmaßnahmen. Direkt im Anschluss haben wir am zweitägigen Statusseminar der „Agrarsysteme der Zukunft“ teilgenommen. Hier konnten wir uns in der „AG Nachhaltigkeit“ einbringen und uns mit den Mitarbeitenden der anderen Konsortien über aktuelle Themen und potenzielle Kooperationen austauschen. Mit dem Projekt DAKIS arbeiten wir bereits gemeinsam zu Entscheidungshilfe-Softwares und mit NOcsPS verbindet uns das drohnengestützte Monitoring landwirtschaftlicher Flächen. Wir sind mit neuen Ideen und Anregungen nach Hause gefahren und freuen uns darauf, weiterhin die „Agrarsysteme der Zukunft“ mitzugestalten.
Feldtag auf dem Darß
Sonniges Wetter, entspannte Kühe und ein sehr interessiertes Publikum – dies zeichnete unseren Feldtag auf dem Gut Darß am 30. September 2025 aus. Ziel des Feldtages war es, unser Projekt und insbesondere das Konzept des virtuellen Zäunens an eine größere Breite an Praktiker*innen zu vermitteln. Unser Publikum von 25 Personen reichte von Landwirt*innen über Behördenmitarbeitende im Bereich Tierschutz bis hin zu Mitarbeitenden von Nationalparks. Nach der Begrüßung durch Marc Fiege, Betriebsleiter des Gut Darß, stellte Prof. Dr. Johannes Isselstein von der Universität Göttingen zunächst die Vision von GreenGrass sowie die Funktionsweise und Vorteile virtueller Zaunsysteme vor. Anschließend konnten sich die Teilnehmenden an verschiedenen Stationen zu den einzelnen Arbeitspaketen des Projektes informieren. Dabei standen die Themen Tierwohl, Recht und Fernerkundung sowie die Anwendung der im Projekt entwickelten Decision-Support-Software zum Weidemanagement im Mittelpunkt. Die angeregten Gespräche und Fragen zeigten uns, dass die Themen auf großes Interesse stoßen. Nach einer Fahrt im Planwagen durch die schöne Boddenlandschaft des Darß erwartete die Teilnehmenden auf der Versuchsfläche ein Eindruck von virtuellen Zäunen in Aktion: Beim Blick in die Landschaft wurde das Potenzial virtueller Zäune für die Biodiversität deutlich und unsere Versuchstiere konnten beim entspannten Grasen auf der Weide beobachtet werden. Zusätzlich durften die Teilnehmenden selbst ein Halsband in die Hand nehmen und eine virtuelle Zaungrenze anhand der akustischen Signale „erlernen“. Zum Abschluss wurde eine Betriebsbesichtigung angeboten und die Teilnehmenden konnten den Feldtag mit einem gemeinsamen Restaurantbesuch in der Gutsküche ausklingen lassen. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich für die Unterstützung und sehr gute Zusammenarbeit mit dem Gut Darß.
Interview mit WDR 5 Quarks
Mit einem Finger auf dem Smartphone Zäune erstellen: In einem Interview am 08.08.2025 von WDR5 Quarks erläutern wir ab Minute 36:27 die Vorteile von virtuellen Zaunsystemen für Landwirt*innen.
Blogartikel: Wie virtuelle Zäune Vögel schützen können
In unseren aktuellen Experimenten arbeiten wir mit Halsbändern der norwegischen Firma Monil. In einem Blogartikel vom 09.07.2025 hier wird beschrieben, wie virtuelle Zäune Natur- und Artenschutz und Landwirtschaft zusammenbringen können.
Beitrag im Deutschlandfunk
Der Deutschlandfunk berichtet in der Rubrik „Aktuelle Forschung“ über die Potenziale für die Biodiversität, die das virtuelle Zäunen mit Halsbändern bringt und interviewt dafür aus unserem Projekt Prof. Dr. Isselstein von der Universität Göttingen. Den Beitrag vom 21.05.2025 finden Sie hier.
Austauschtreffen in Cottbus
Als Verbundprojekt lebt GreenGrass von seiner Interdisziplinarität: Es arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Recht und Geografie zusammen, gemeinsam mit wirtschaftlichen Unternehmen. Um diese Zusammenarbeit zu ermöglichen, sind regelmäßige Austauschtreffen unabdingbar. Am 20. und 21.05.2025 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aller Verbundpartner an der Technischen Universität Cottbus, um die nächsten gemeinsamen Ziele zu besprechen. Insbesondere ging es um den Datenaustausch: Welche Daten müssen wie erhoben werden, damit sie in allen Arbeitspaketen verwendet werden können? Wer kann welche Daten beisteuern, die noch fehlen? Und wie können die erhobenen Daten ausgewertet und in schlüssigen Publikationen veröffentlicht werden? Mit einem „Fahrplan“ über die nächsten anstehenden Aufgaben und deren zeitliche Einordnung sind wir nun auf einem guten Weg in GreenGrass2.0!
Der GreenGrass Portraitfilm
Auf unseren Versuchsflächen in Relliehausen, Südniedersachsen wurde am 31.08.2021 unter Beteiligung unserer KollegInnen einen ganzen Tag lang gefilmt: Virtuelles Zäunen, Sensoren, UAV-Befliegungen und ein Teil unseres GreenGrass-Teams bei der Arbeit! Die Portraitfilme aller Konsortien der „Agrarsysteme der Zukunft“ sind unter https://agrarsysteme-der-zukunft.de/news/2022-05-06-portratfilme-der-konsortien-agrarsysteme-der-zukunft-fertiggestellt zu sehen!
Beitrag auf f3: farm.food.future
Virtuelle Zäune: Die Weidehaltung der Zukunft? - Beitrag bei agrarheute
Die Revolution der Weidewirtschaft: Mit Hilfe von Smartphone und GSP-Sendern soll die Weidewirtschaft der Zukunft gesteuert werden. Forscher*innen der Universität Göttingen testen , ob das wirklich funktioniert. Könnte das ein Schritt zu mehr Tierwohl sein? Der erste Testlauf verlief positiv.
Den gesamten agrarheute-Beitrag vom 11.11.2020 finden Sie hier.
Beitrag bei 3sat nano
3sat nano begleitete uns einen Tag bei unseren Arbeiten zum Trainingsversuch mit virtuellen Zäunen. Den gesamten 3sat nano-Videobeitrag vom 16.10.2020 finden Sie hier.
GreenGrass-Impulsstatements auf dem Global Bioeconomy Summit 2020
GreenGrass beim BMBF-Statusseminar "Agrarsysteme der Zukunft"
Am 4. und 5. Februar 2020 fand im Bundesministerium für Bildung und Forschung das erste Statusseminar der Agrarsysteme der Zukunft statt. Alle 8 geförderten Projekte des Förderprogramms, darunter auch GreenGrass, stellten sich vor und nutzten die Zeit zur Vernetzung und Identifizierung von Schnittstellen mit den anderen Konsortien.
Der Artikel Smart und nachhaltig – die Agrarsysteme der Zukunft, (bioökonomie.de) stellt alle geförderten Projekten im Überblick vor.
Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen
Die moderne Viehhaltung verstärkt den Druck, Ackerflächen für die Futterproduktion zu nutzen. Das Ergebnis: Moderne Milchviehbetriebe treiben ihre Kühe gar nicht mehr auf die Weide. Im Projekt „GreenGrass“ untersuchen Forscherinnen und Forscher in einem überregionalen und interdisziplinären Verbund unter Leitung der Universität Göttingen, wie weidende Tiere zurück in die Landschaft gebracht und neue Wege einer nachhaltigen und effizienten Weidewirtschaft geschaffen werden können.
Die Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen vom 09.09.2019 finden Sie hier.
